FreieMedien.info fuer Neue Medien und Journalisten



Video-Journalist, Videoreporter (Personal Digital Producer)

Video-Journalist (VJ)
Ein Videojournalist vereint die Aufgaben eines Journalisten, Tontechnikers, Kameramannes und Cutters in einer Person. Mit Hilfe der DV-Technologie konzipiert, dreht und schneidet er filmische Beiträge im Alleingang. Die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Weitere gängige Bezeichnungen des Videojournalisten sind "Videoreporter" und "Personal Digital Producer".

Da Videojournalisten das Berufsfeld des Journalisten mit denen des Kameramanns und des Cutters vereinen, arbeiten sie mit viel technischer Ausstattung.
Unterschiedlichste DV-Kameras sind auf dem Markt. Professioneller Videojournalismus setzt üblicherweise sogenannte kompakte Drei-Chip-Camcorder ein. Sie erzielen eine höhere Bildqualität als die überwiegend im Privatbereich üblichen Ein-Chip-Kameras. Mit den Formaten HDV und AVCHD bekam der Videojournalist neuerdings die Möglichkeit, Material, das höher aufgelöst als der Fernsehstandard ist zu drehen und schneiden. Die größte Herausforderung für den alleine arbeitenden VJ ist dabei mittlerweile, sendefähige Bilder für die großen HD-Flachbild-Fernseher drehen zu können.

Die Mehrzahl der etablierten VJs arbeiten für dokumentarische Formate, sie drehen deshalb meist weitwinklig, aus der Hand. Das authentische Begleiten eines Protagonisten und das Unterordnen während der Dreharbeiten, stehen hierbei an oberster Stelle. Die Auseinandersetzung mit Videojournalismus ist deshalb auch immer wieder die Auseinandersetzung mit der Frage: Wie viel Ästhetik verlangt, braucht der dokumentarische Film, die Reportage? Während es vor einigen Privatsendern um den „EB-Teamlook“ von VJs geht, gibt es bei einigen ARD-Anstalten und im ZDF die Bereitschaft im Zweifelsfall auch verwackelte Bilder zu akzeptieren, wenn der „Stoff“ journalistische Relevanz besitzt. Einen einheitlichen VJ-Look gibt es definitiv nicht. Jeder Sender setzt eigene Prioritäten in der audiovisuellen Umsetzung.

Ein Problem für Videojournalisten ist die Ausleuchtung. Als Ein-Personen-Team haben sie meist nur eine an der Kamera befestigte Videoleuchte und müssen daher mit vor Ort befindlichen Lichtquellen arbeiten. Für die Aufnahme des Tones sind die in der Kamera eingebauten Mikrofone ungeeignet, daher ist ein professionelles externes Mikrofons empfohlen.

Als einen der größten Vorteile nennen viele Autoren übereinstimmend die größere Nähe zum Geschehen und das unbefangenere Agieren in privaten Situationen. Hinzu kommt, dass die niedrigen Kosten für einen Drehtag auch eine zeitintensivere Auseinandersetzung mit einem Thema ermöglichen.

Als einen konkreten Nachteil ihrer Arbeit in der Praxis geben Videojournalisten an, dass sie gegenüber herkömmlichen Drei-Mann-Teams häufig nicht als richtiges Fernsehen wahrgenommen und daher von potenziellen Interviewpartnern weniger ernstgenommen werden. Heutzutage sind diese Unterschiede aber zunehmend sekundär, da die meisten Interviewpartner schon Erfahrung damit haben, vor kompakten Kameras zu reden.

(Quelle: Wikipedia.org)

advertisement - werbung



Webdesign by multimixmedia.ch